10. August 2026

https://doi.org/10.55957/SPVH5688

SONDERBAND

 

Jürgen Trautner, Gabriel Hermann, Thorleif Dörfel, Adrian Attinger, Sabine Geißler-Strobel, Johannes Mayer, Sebastian Rall, Sebastian Sändig:

Insekten schützen in Planungs- und Bauvorhaben. Steckbriefe zu Maßnahmen. 7 (7) 2026 [= AsuB-Sonderband II] 

 

Das F+E-Vorhaben PLAIN zielte auf die Erarbeitung eines fachlich fundierten Kompendiums zur Berücksichtigung von Insekten bei der Eingriffsbewertung mit Fokus auf bestimmte Vorhabentypen im Anwendungsbereich der Bundeskompensationsverordnung (BKompV) ab. Der Langtitel des Vorhabens lautet: Methodisch-planerische Analyse und Bewertung der Beeinträchtigung planungsrelevanter Insektengruppen zur Beurteilung der Eingriffsschwere und zur Ableitung und Beurteilung der Wirksamkeit von konkreten Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen (FKZ 3520 84 0600). Nach Auffassung der Forschungsnehmenden sind die Ergebnisse über den Anwendungsbereich der BKompV hinaus für viele andere raumbezogene Planungen und Bauvorhaben direkt übertragbar oder jedenfalls von Bedeutung. Insekten stellen den ganz überwiegenden Anteil der Tierwelt Deutschlands und haben
zudem ein sehr breites Spektrum an Funktionen im Naturhaushalt inne. Daher sind sie von herausgehobener Bedeutung für die biologische Vielfalt. 

Im Vorhaben wurden unter anderem die Definition planungsrelevanter Arten, die Auswahl entsprechender Insektengruppen sowie deren vorhabenbezogene Bewertung behandelt. Darüber hinaus geht es um die Ableitung und Zuweisung geeigneter Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung und Kompensation vorhabenbedingter Beeinträchtigungen. Es muss Ziel sein, dass Maßnahmen mindestens für schwerwiegende Eingriffe auch funktionsspezifisch, das heißt auf die dafür maßgeblichen Arten und Qualitäten ausgerichtet sein müssen. Zu treffende Maßnahmen sollen, insbesondere für Arten mit bislang bereits erheblichen Defiziten an Lebensraumfläche und -qualität, zu guter Reproduktion, zu genetischem Austausch innerhalb der Landschaftsmatrix und letztendlich zu überlebensfähigen Populationen beitragen. 

In der vorliegenden Publikation werden, anknüpfend an den separat veröffentlichten Hauptbericht, die im Rahmen des Projektes erarbeiteten Steckbriefe für bestimmte Maßnahmentypen mit Modellcharakter für Repräsentanten der Insektenfauna vorgestellt, die im Rahmen der Eingriffsfolgenbewältigung insbesondere als funktionsspezifischer Ausgleich in Frage kommen. Sie sind geeignet, wesentlichen standörtlichen und strukturellen Defiziten für Insekten in der Landschaft gegenzusteuern.

Es handelt sich dabei um 15 Maßnahmentypen mit Schwerpunkten der Wiederherstellung von Magerstandorten und bestimmten Strukturen mit hohem Anteil von Roh- und Skelettböden,
die Einrichtung extensiver, düngungsfreier Weidesysteme, bestimmte Strukturierungsmaßnahmen in ackerbaulich oder als Grünland genutzten Landschaften, die Wiederherstellung
von überwiegend gehölzfreien Feucht- und Nassstandorten, die Förderung dynamischer Strukturen an Fließgewässern sowie eines diversifizierenden Managements im Wald mit Förderung
bestimmter Waldnutzungsformen (u. a. Förderung dauerhafter Nichtholzbodenflächen, Mittel- und Niederwald, eines v. a. starkvolumigen Alt- und Totholzangebots in überwiegend
besonnter Lage). Ergänzend wird in Form eines Kurzsteckbriefs auf das Thema der Vermeidung oder Minderung des Einflusses künstlichen Lichts eingegangen.

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